Schule in NRW: Corona Schulkonzept- jetzt!

NRW braucht ein Corona Schulkonzept!

 

Am Montag ist der erste Schultag nach den Herbstferien in NRW. Corona ist immer noch aktuell. Und ich sage es Euch frei heraus: Ich mache mir Sorgen.

Nicht erst seit heute und auch nicht erst seit gestern, aber im Stillen hatte ich die Hoffnung, dass die NRW-Schulministerin Gebauer wenigstens die letzten Wochen nutzen würde, um ein tragfähiges Konzept für die Schulen in NRW in der Corona Krise zu entwickeln.

Lüften im Klassenzimmer?

Das Ergebnis kennen wir alle: Stoßlüften. Querlüften und Durchlüften soll Schülerinnen und Schüler, soll Lehrerinnen und Lehrer vor dem Corona- Virus schützen.

Dass Lüften eine Maßnahme im Kampf gegen Corona ist, will ich nicht bestreiten. Es darf an NRWs Schulen aber nicht die einzige Maßnahme neben der Maskenpflicht sein, um gegen Covid-19 vorzugehen.

Denn trotz aller Schwierigkeiten: Die Schulen müssen offenbleiben!

Die Schulen müssen offen bleiben!

Wenn Yvonne Gebauer Eltern, LehrerInnen und Kindern empfiehlt, sich mit Mützen, Handschuhen und Decken auszustatten, ist das nicht das Konzept einer modernen Schule, dass ich mir nach diesem schwierigen Corona Schuljahr wünsche.

Corona fordert uns alle. Lehrerinnen und Lehrer in NRW haben während der ersten Phase der Corona-Pandemie überwiegend einen ganz hervorragenden Job gemacht, haben Digitalisierung vorangetrieben und neue Formen des Unterrichts gefunden. SchülerInnen haben zuhause eine Diesen Wunsch und Willen nach Innovation fordere ich auch von NRWs Schulministerin Gebauer.

Innovatives Handeln und Lüften!

Was tut die Landesregierung, wenn die Infektionszahlen auch an Schulen in die Höhe schnellen?

Überall steigen die Corona- Fallzahlen an. Man muss keine Hellseherin sein, um zu wissen, dass auch die Schulen nicht von dieser Entwicklung verschont bleiben werden. Nur: Die Landesregierung hat keinen Plan B, wenn die Corona- Fälle in den Schulen stark zunehmen.

Das ärgert mich seit Monaten sehr. Wir sind in einer Ausnahmesituation. Wir müssen uns einer Situation auch in den Schulen stellen, die sich vor Corona niemand hätte ausmalen können. Statt aber mutig voranzugehen, statt gute Ideen umzusetzen, verharrt die Landesregierung in Sachen Schule wie das Häschen vor der Schlange- auf Kosten der Schülerinnen und Schüler. Und schlussendlich auch auf Kosten von Eltern.

Kein Plan B gegen Corona

Dabei hat die Opposition und damit auch die SPD in NRW Vorschläge gemacht. Für uns als SPD ist klar, die Schulen müssen offenbleiben. Wir fordern die Einberufung eines Schulgipfels, damit alle Beteiligten- Trägerinnen, Lehrkräfte, Eltern, Schüler gemeinsam an einem Konzept für das nächste Jahr arbeiten können.

Damit das aber auch bei sich ändernden Bedingungen dauerhaft möglich ist, sind- wie auch das Rki festhält organisatorische Vorbereitungen und Maßnahmen in enger und sektorenübergreifender Zusammenarbeit aller Akteurinnen notwendig .

Unser SPD Konzept für Schulen in der Corona-Zeit

Vor diesem Hintergrund fordern wir als SPD ein Corona Schulkonzept für Nordrhein-Westfalen mit folgenden Maßnahmen:

  • Zentrale Beschaffung von mobilen Luftfiltern durch das Land für alle Schulen.  Die Aufgabe darf nicht wieder auf die Träger abgeschoben werden
  • Rückkehr zu regelmäßigen und kostenlosen Tests für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler es wird höchste Zeit für mobil Testzentren an den Schulen mit den sogenannten Schnelltests ist hier sehr viel möglich. In Italien sollen die Schulen jetzt mit diesem Schnelltests ausgestattet werden -das brauchen wir auch in NRW.
  • Ab einer Inzidenz von mehr als 35 Fällen innerhalb von 7 Tagen auf 100.000 Einwohner innen in Anlehnung an die Empfehlung des RKI
  • Verkleinerung der Klassen durch ein rollierendes Schichtsystem im Präsenzunterricht
  • Zum Beispiel von 8 – 12 Uhr und von 12:30 Uhr bis 16:30 Uhr- Mindestunterrichtszeiten bis zur Klasse 8 sind dabei sicherzustellen.
  • Ausweitung des digitalen Unterrichts in der Sekundarstufe II ergänzend zum Schichtbetrieb in der Sekundarstufe I
  • Fahrpläne im ÖPNV für Schulbusse vor und nach dem Unterricht analog zum Schulbetrieb Klassenarbeiten und Klausuren nur in Räumen mit Luftfiltern.
  • Bei einer Inzidenz von 50 Fällen zusätzlich Maskenpflicht auch im Unterricht benötigtes zusätzliches Personal und Räume müssen in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten mobilisiert werden, zum Beispiel außerschulische Lernorte, Pädagogische Fachkräfte Studierende LehramtsanwärterInnen- bei den Bezirksregierungen sind dafür freiwilligen Register zu führen
  • Einführung von Arbeitszeitkonten zur Kompensation von Mehrarbeit im Zuge des Schichtbetriebs – es geht dabei auch um Wertschätzung für die Lehrkräfte
  • Klare Vorgaben für Kinder mit Förderbedarf Unterstützungsangebote des Landes zur technischen Ausrüstung der Schulen
  • Einführung eines zentralen digital Managements mit dezentralen Strukturen kombiniert mit Vorlauf einen Fortbildungsangebote für das Distanzlernen
  • Schulen brauchen den nötigen Freiraum je nach Situation individuelle Lösungen vor Ort zu finden -auch wenn dadurch der Lehrplan vorübergehend nicht eingehalten werden kann.

Schulgipfel jetzt!

Es ist klar, dass über umfassende Maßnahmen für ein Schulkonzept keiner alleine befinden kann. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung an der zahlreiche Akteurinnen partizipieren müssen. Ein Corona Schulkonzept müssen deshalb jetzt dringend alle Beteiligten- Landesregierung, TrägerInnen, Lehrerschaft, Eltern, Kommunen und Politik auf einem Schulgipfel miteinander beraten.

Wir müssen alle Kräfte bündeln und spätestens mit Beginn des neuen Jahres einen neuen Anfang an den Schulen starten daher sollte die Landesregierung noch in diesem Monat zu einem Gipfel einladen, damit die notwendigen Maßnahmen bis zum Ende des Jahres mit den Beteiligten entwickelt und durchgeplant werden können