Ein Tag zwischen Blutiger Verlegung, Spritzen und Pflege – Tatkraft-Einsatz in der Klinik Eichholz

Spritzen. Ausgerechnet. Und dann noch eine Blutabnahme. Eigentlich kann ich Spritzen ja nicht sehen und bin immer froh, wenn ich um eine Spritze beim Arzt drumherum komme. Und plötzlich stehe ich selbst in einer Rehaklinik mit einem weißen Kittel und bin dabei, wenn Patienten Blut abgenommen wird. Aber genau das war mein Ansinnen. Ich wollte den Arbeitsalltag des Pflegepersonals in eine Rehaklinik besser kennenlernen und habe daher einen Tag in der Klinik Eichholz in Bad Waldliesborn mitgearbeitet.

Pünktlich um 6:15 Uhr ging es los. Zuerst bekam ich die passende Arbeitskleidung, dann ging es in die Übergabesitzung vom Nacht- auf den Frühdienst. Hier werden viele wichtige Fragen geklärt: Was ist in der Nacht alles passiert? Worauf muss die neue Schicht achten? Danach ging es daran, die Patienten in den neuen Tag zu begleiten. Wecken, die morgendliche Körperpflege, Frühstück, Medikamente werden verteilt und – na klar – Thrombosespritzen gesetzt. Hier darf ich mitgehen, hospitieren. In diesem Beruf kann man ohne eine gute Ausbildung ja nicht mal eben anpacken. Dennoch ist für mich all dies sehr interessant und ich bin immer wieder beeindruckt, auf wieviele Dinge die Pflegerinnen und Pfleger achten müssen. Ich glaube, es gibt wenige Berufe, die gleichzeitig so vielfältig und so unberechenbar sind.

Die Eichholzklinik ist eine Rehaklinik. Manches ist hier anders als in Akut-Krankenhäusern und ich lerne auch Besonderheiten und Probleme kennen. Zum Beispiel die „Blutige Verlegung“! Immer häufiger werden Patienten nach einer Operation schon sehr schnell in Rehakliniken verlegt. Offene Wundern waren früher in der Reha eher selten, heute sind sie Alltag. Das bringt ganz neue Herausforderungen und auch Probleme mit sich. Andere Probleme und Herausforderungen sind der enorme und schwer zu deckende Fachkräftebedarf in der Pflege und die alternde Gesellschaft.

Für mich war der Einblick in den Alltag in einer Klinik sehr wertvoll. Besonders schön fand ich, wie das Team zusammengearbeitet hat. Hier war echter Teamgeist spürbar. Auch die herzliche Aufnahme von mir – als ja in einem solchen Alltag vielleicht eher störenden Politikerin – fand ich wirklich klasse. Herzlichen Dank dafür!

Am Ende bin ich froh, in meinem Alltag weniger Spritzen zu haben. Umso dankbarer bin ich, dass es Menschen gibt, die diesen wichtigen Beruf mit soviel Herz und Engagement ausüben!

 

 

 (Vielen Dank für die Fotos an Susanne Andreas von der Klinik Eichholz!)

 

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